Die Sorgen der Landwirtschaft
In dem aktuellen „Krone“-Artikel warnen Vertreter der Landwirtschaft vor einem weiteren Dürrejahr, niedrigen Grundwasserständen, Ertragseinbußen und fehlendem Grünfutter. Gleichzeitig fordern sie höhere Agrarzahlungen und zusätzliche staatliche Unterstützung.
Diese Sorgen sind nachvollziehbar. Trockenheit und steigende Produktionskosten setzen viele landwirtschaftliche Betriebe erheblich unter Druck.
Naturschutz als Belastung?
Weniger nachvollziehbar ist jedoch, wenn Renaturierung und Naturschutz gleichzeitig vor allem als Belastung oder als Verlust von Produktionsflächen dargestellt werden.
Intakte Böden, Feuchtgebiete, natürliche Gewässerräume und vielfältige Landschaften sind keine Konkurrenz zur Landwirtschaft. Sie tragen dazu bei, Wasser länger in der Fläche zu halten, die Versickerung zu verbessern und die Folgen von Dürre und Starkregen abzumildern.
Renaturierung als Vorsorge
Damit sichern solche Maßnahmen langfristig auch die landwirtschaftliche Produktion. Gerade angesichts zunehmender Trockenperioden ist es widersprüchlich, einerseits Unterstützung wegen Wassermangels zu fordern und andererseits Maßnahmen zur Wasserrückhaltung zu bremsen.
Faire Lösungen für die Betriebe
Natürlich benötigen landwirtschaftliche Betriebe Planungssicherheit, faire Entschädigungen und praxistaugliche Lösungen. Naturschutz darf nicht einseitig auf Kosten einzelner Landwirte umgesetzt werden.
Umgekehrt kann die Antwort auf zunehmende Trockenheit aber nicht darin bestehen, ökologische Maßnahmen zu verhindern und anschließend ausschließlich öffentliche Unterstützung für die Folgen zu verlangen.
Landwirtschaft braucht eine intakte Landschaft
Landwirtschaft und Renaturierung sollten daher nicht gegeneinander ausgespielt werden. Eine widerstandsfähige Landwirtschaft wird auf Dauer nur in einer widerstandsfähigen Landschaft möglich sein.
Naturschutz ist deshalb kein Nebenthema, sondern ein wesentlicher Teil der landwirtschaftlichen Zukunftssicherung.
Quellenverzeichnis
- Christina Natascha Kogler: „Nicht Landwirtschaft anderen Interessen opfern!“
, Kronen Zeitung, 15. Juli 2026. Grundlage für die Aussagen zu Dürre, Ertragseinbußen, niedrigen Grundwasserständen, Naturschutzprogrammen und den geforderten höheren Agrarzahlungen.
- Umweltbundesamt Österreich: „Verordnung zur Wiederherstellung geschädigter Ökosysteme“
. Erläutert die Bedeutung intakter Ökosysteme für fruchtbare Böden, Trinkwasserversorgung, Klimaanpassung und Schutz vor Naturgefahren.
- Europäische Umweltagentur / Climate-ADAPT: „Verbesserte Wasserrückhaltekapazität in der Agrarlandschaft“
. Belegt, dass Wasserrückhaltung, die Wiederherstellung von Auen und Feuchtgebieten sowie verzögerter Abfluss sowohl Dürre als auch Hochwasserfolgen lindern können.
- Europäische Umweltagentur: „Solutions for restoring Europe’s agricultural ecosystems“
, 22. Oktober 2024. Beschreibt Renaturierungsmaßnahmen als Instrument zur Stärkung der Widerstandsfähigkeit und Produktivität landwirtschaftlicher Ökosysteme.
- Europäische Kommission: „Restoring Nature to Enhance Water Management and Retention“
, 4. Dezember 2024. Beschreibt Renaturierung als Möglichkeit, Wasser in der Landschaft zurückzuhalten, Dürreperioden abzupuffern und die Versickerung bei Starkregen zu verbessern.

